Der Rechnungshof prüft das Happyland ab Februar

Teresa Arrieta PorträtWie konnte es zu dieser teuersten Pannenserie Klosterneuburgs kommen?

Von Teresa Arrieta

Jetzt ist es also soweit – der Rechnungshof prüft das Happyland. Klosterneuburgs Bürgermeister Schmuckenschlager überbrachte die Neuigkeit allen Gemeinderäten am 25. Jänner. Der Rechnungshof wird am 06. Februar seine Prüfungstätigkeit zur Gebarung der Stadtgemeinde und der Sportstätten GmbH aufnehmen. Ein entsprechendes Ansuchen an den Rechnungshof hatten ja wir Gemeinderatsfraktionen im vergangenen April einstimmig beschlossen, treibende Kraft war dabei Peter Hofbauer mit seiner Ein-Mann-Liste.

Rund 1 Mio Mehrkosten

Diese Prüfung ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Problemen und Missständen, die seit der Neueröffnung immer manifester wurden. Hier zur Erinnerung: Das Projekt startete im September 2013 und erfolgte bis Ende 2016 in mehreren Bauphasen. Das Investitionsvolumen hätte insgesamt rund 14 Mio. Euro betragen sollen, hinzu kamen allerdings rund 1 Mio Mehrkosten. Getragen wurde die Finanzierung einerseits durch die Stadt Klosterneuburg über Eigenmittel und Darlehen in Höhe von 11,2 Mio. Euro und andererseits durch Förderungen des Landes Niederösterreich in Höhe von 2,8 Mio. Euro.

Mängelliste mit Ende nie

Doch bereits die Neueröffnung des Bades stand unter keinem guten Stern: Im Dezember 2014 riss sich eine Frau bei der Kinderrutsche den Finger ab, diese war dann lange Zeit geschlossen, phasenweise auch das Wellenbecken, die Luft in den Duschen ist deutlich kühler als vor dem Umbau. Die Liste der Probleme wurde immer länger: Die Eröffnung wurde mehrfach verschoben, im Badebereich erregten dann weitere Schließungen mit mehrfach verschobenen Wiedereröffnungsterminen allgemeines Ärgernis und die neuen Geländer entlang der Pools rosten stark. Beim Dach regnet es herein, Solarpaneele wurden nie installiert. Fußball- und Tennisplatz wurden in ihrer Lage entgegen dem ursprünglichen Plan getauscht, das verursacht lange Wege und Mehrkosten ohne ersichtlichen Mehrwert. Verbesserungen der Tennishalle sind nach der Renovierung kaum ersichtlich – im Gegenteil: Von den neuen Umkleidekabinen in die Halle hat sich der Zugangsweg vervielfacht Die Errichtung der Behindertenrampe am Fußballplatz ist aus PUK Sicht symptomatisch für die gesamte Happyland-Sanierung: Sie wurde direkt vor die Glasfront der Kantine gebaut und versperrt damit die Sicht. Eine Besucherin brach sich den Knöchel durch einen schlecht gesicherten Eingang beim Fußballplatz, obwohl PUK-Gemeinderat Hehberger mehrmals auf die Gefahrenstelle hingewiesen hatte. Am Eislaufplatz sind die neuen Umkleidekabinen nach der Neueröffnung aus unserer Sicht nicht zweckmäßig, es gibt keine verschließbaren Spinde und im gesamten Umkleideraum bloß fünf Kleiderhaken. Zufahrtsstraßen wurden ohne ersichtliche Logik asphaltiert, der Energieausweis für das Riesengelände nie erstellt... und das ist immer noch eine bloß teilweise Auflistung aller Mängel, die BürgerInnen laufend vorbringen.

Gab es je ein Gesamtkonzept?

Wieso konnte es so weit kommen? Wer hatte die Generalaufsicht über diese Sanierung, die vom zuständigen ÖVP-Stadtrat Czerny immer wieder verteidigt wurde? Gab es ein General-Konzept und wer behielt die Übersicht? Klare Informationen waren bisher nicht zu bekommen, obwohl das Happyland wurde im Gemeinderat vielfach lebhaft diskutiert wurde - führend war hier meist GR Peter Hofbauer. Welche Qualifikationen weist Geschäftsführer Konvicka, immer freundlich und zum Gespräch bereit, aber bei der Behebung von Fehlern kaum aktiv, für diesen Job eigentlich auf? Bis vor kurzem gab Konvicka in seinem Lebenslauf auch Nebenbeschäftigungen bei Event/PR-Unternehmen an – erlaubt das der Job als Geschäftsführer einer so großen Einrichtung? Ein Gesamtkonzept scheint es fürs Happyland nie gegeben zu haben, zu fehlerhaft ist dieses Stückwerk, bei dem jetzt zu allem Überdruss die Eintrittspreise erhöht wurden. Die Etablierung einer Jahreskarte - etwa fürs Schwimmbad - nannte Konvicka im Gemeinderat „nicht notwendig“ – ohne je eine Kalkulation erstellt zu haben, wie er im Gemeinderat einräumte.

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