Umstieg aufs Fahrrad – meine Leidenschaft

Stefan Hehberger, PUK, am Fahrrad

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie ich dem Fahrrad verfallen bin

Ich möchte hier berichten, wie ich den Umstieg auf’s Fahrrad liebgewonnen habe. Als kleiner Bub und auch als Jugendlicher waren meine Fahrräder die einzige Möglichkeit, mich mit meinen Freunden in meiner Freizeit und zu Unternehmungen unabhängig zu treffen. Das Mama- oder Papataxi gab es zu meiner Zeit nicht. Mit dem Fahrrad jedoch konnte ich meinem immer größer werdenden Unabhängigkeitsdrang gerecht werden. Vom eleganten Kinderfahrrad bis hin zum Highriser mit Fuchsschwanz (natürlich aus Kunststoff)! Geliebt und bei den Steigungen in Klosterneuburg gehasst! Viel musstenmeine Drahtesel aushalten. Einen Fahrradführerschein kannten wir nicht. Wir sind gefahren und hatten im Verkehr der damaligen Zeit auch unseren Platz. Heute fast unvorstellbar. SUV gegen Kinderfahrrad, wer bleibt da wohl der Sieger?

Mehr Luft zum Atmen

Doch mit zunehmendem Wohlstand und dem eigenen Auto (das mir schon mit 18 zur Verfügung stand) standen meine Räder in der Garage jahrelang still. Im Jahr 2000 hatte ich dann überhaupt kein Fahrrad mehr. Doch mit meinem aufkommenden Umweltbewusstsein und dem Willen, unabhängig von diesen Blechkübeln und dem notwendigen Treibstoffen zu erlangen, sowie den Stauzeiten auf dem Weg zu meiner Arbeit, hat sich mein Bewusstsein verändert. Kann ich auf Dauer etwas verbrauchen, das weder auf den Bäumen noch auf der Erde sowie in den nächsten 100 Jahren nachwächst? Ist es vertretbar, das schädliche CO2 in die Atmosphäre zu blasen, wo wir doch keine Winter mehr haben und die Klimaerwärmung jeden Sommer mehr und mehr spüren?

E-Bike als Lösung für steile Hügel

Die positive Einstiegsdroge war schnell gefunden, nämlich meine Affinität zur Technik mit der neuen Modererscheinungen des e-bikes (Elektrofahrrad mit Tretunterstützung bis 25km/h). Was für ein herrliches Gefühl die Kindheitserinnerungen mit dem Komfort des Erwachsenseins und der Leistung eines E-bikes zu verbinden. Geschwind stiegen die Kilometerleistungen am Fahrrad. Am Anfang war es nicht zum Training gedacht, aber der Nebeneffekt von gesteigerter Ausdauer, Muskelaufbau sowie das „schmelzende Waschbärbäuchlein“ waren erfreuliche Begleiterscheinungen.

Fahrräder für alle Fälle

Das E-bike hat mich aus der motorisierten PKW- Welt zurück in den Sattel des Fahrrades gebracht. Zu wissen, ich kann jederzeit eine elektrische Unterstützung abrufen, ich muss jetzt nicht schwitzen bei Gegenwind und die letzte Steigung zu mir nach Hause wird nicht so schlimm, hat meine Fahrradleidenschaft noch viel mehr verstärkt. Heute stehen wieder drei Fahrräder in der Garage . Erstens das besagte e-Bike, erweiterbar mit einem Mehrzweck-Anhänger für Lasten bis 30kg und Abmessungen 60x40cm. Zweitens ein kleines englisches Klapprad, welches sich perfekt mit den Öffis ergänzt und den täglichen Weg in die Arbeit und zurück gestalten lässt. Drittens ein Mountainbike, mit ich das Wienerwaldumfeld mit meinem Sohn erleben kann.

Der Autobequemlichkeit widerstehen

Was kann ich staugeplagten, spritabhängigen KlosterneuburgerInnen raten? Machen Sie eine Probefahrt, versuchen Sie es selber, probieren Sie Ihr passendes e-Bike aus und ziehen Sie nach einigen KilometernBilanz . Machen Sie eine ehrliche Analyse ihrer täglichen Fahrten, kombinieren Sie Fahrten mit dem Fahrrad und den Öffis. Viel fahrradfreundlicher-Infrastruktur wurde schon geschaffen, ganz sicher ist es aber auch noch ein weiter Weg bis der „Idealzustand“ erreicht ist.

Radfahren ist Lebenslust

Die wiedergewonnene Freiheit am Fahrrad, die Möglichkeit, ganz schnell und ganz einfach mit den Menschen im direkten Umfeld zu kommunizieren, das genießen der Umwelt und Natur direkt vor meiner Nasenspitze, das alles ist beeindrucken und genussreicher als teure Blech-Kabinen auf Rädern. Mehr Gesundheit, Fitness und seelischer Ausgleich, weniger Kilos auf der Waage sind ein weiterer Lohn. Zwei Tonnen Stahl für 80kg Mensch, 6 Quadratmeter Flächenverbrauch (meist öffentlicher Raum) für einen PKW, ist das noch verhältnismäßig, ist das noch zeitgemäß? Bei mir hat der fast-Ganzjahresumstieg gut funktioniert und ich bin ich dieser Leidenschaft zum Fahrrad mit Freude verfallen.

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