Presseaussendung: Donaubrücke, nein danke!

In regelmäßigen Abstand – im Jahr vor jeder Gemeinderatswahl – wird die Forderung nach einer Autobrücke über die Donau laut. Dabei wird politisch mit Hoffnungen gespielt, erwartete Konsequenzen unter den Tisch gekehrt. Vielleicht, weil ohnehin keiner mit der Umsetzung rechnet.

Verkehrsbelastung statt -entlastung

Mit der Donaubrücke für den Autoverkehr wird vor allem eines versprochen: Verkehrliche Entlastung. Doch genau mit dieser ist nicht zu rechnen. Der tägliche Stau auf der A22 auf der Auffahrt zur Nordbrücke lässt erahnen, in welche Richtung Kfz-PendlerInnen künftig ausweichen. „Eine Donaubrücke mag für bestimmte Wege bequem erscheinen, das kann ich nachvollziehen“, so PUK-Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer. „Doch die B14 ist mit bereits 38.000 Kfz/Tag stark ausgelastet, bislang läuft der Verkehr aber meist noch flüssig. Eine Brücke würde das vermutlich ändern, die Konsequenz wären Staus und frustrierte KlosterneuburgerInnen.“ Denn um der Nordbrücke zu entgehen, würden zahlreiche AutofahrerInnen bereits frühzeitig die Donau queren und Klosterneuburg mit Lärm, Staub und Stau weiter belasten.

Zerstörung von Lebensräumen

Eine solche Brücke müsste ja die Au beim Uferhaus durchqueren. „Schon alleine aus Gründen des Umweltschutzes ist eine Donaubrücke daher strikt abzulehnen“, so PUK-Gemeinderat Hehberger. „Lebensräume für Tiere werden vernichtet, und das in einem Biosphärenpark! Naherholungsgebiete für die Bevölkerung werden beschnitten und das beliebte Uferhaus wäre Geschichte. “

Utopische Kosten

„Wenn wir den Klimaschutz ernst nehmen, und das tun wir als PUK, ist eine Autobrücke zwischen Klosterneuburg und Wien kontraproduktiv. Alle Parteien einigten sich auf Leitsätze zum Klimaschutz – an denen sind wir nun auch zu messen!“ so Kehrer, der zudem die Kosten für eine Brücke kritisiert „Ein Projekt von über 100 Millionen Euro kann ohnehin nur das Land stemmen. Für einen Bruchteil des Geldes könnten wir nachhaltig in den Schienenverkehr investieren und die S-Bahn Takte weiter verdichten!“

Vision Fußgeherbrücke zur Donauinsel

Der grundsätzliche Reiz einer Brücke ist nachvollziehbar. Kehrer schwebt hier langfristig eine andere Variante vor: „Eine Fußgeher- und Fahrradbrücke via Pionierinsel auf die Donauinsel würde mit einem Schlag ein riesiges Naherholungsgebiet erschließen und den Weg nach Langenzersdorf und Korneuburg für Radfahrer erheblich verkürzen.“

Fazit

„Die PUK wird einer Autobrücke über die Donau nicht zustimmen! Die Zerstörung von Umwelt und die zusätzliche Verkehrsbelastung lehnen wir strikt ab – die 100 Millionen sollten vielmehr in öffentlichen Verkehr und Förderung städtischer Entwicklung eingesetzt werden“ , so Kehrer und Hehberger unisono.

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