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Themenabend – Geoportal: Die neue digitale Landkarte von Klosterneuburg

Stefan Hehberger und Wolfgang Haas

Beim Themenabend am 17. Februar 2026 im SHIFT präsentierte PUK Stadtrat Ing. Stefan Hehberger die neue digitale Landkarte „Geoportal“ der Stadtgemeinde Klosterneuburg, die dem bisherigen „Webcity“ nachfolgt.  Der Fokus des Abends lag einerseits darin, die Funktionen, Hintergründe und Potenziale des neuen Systems zu erklären, aber auch festzustellen, wie dieses noch weiter verbessert werden kann, unter anderem mit Hinblick auf die umfangreichen Funktionen und die Bedienungsfreundlichkeit des digitalen Stadtplan der Stadt Wien.

Im Erscheinungsbild dem früheren Webcity sehr ähnlich, bietet Geoportal eine umfassend überarbeitete Benutzeroberfläche. Diese basiert auf ArcGIS Online und bietet eine stabile, zukunftssichere technische Grundlage und eine bessere Nutzung auf Smartphones. Laut offizieller Beschreibung umfasst das Portal ein breites Spektrum an Geodaten, von Flächenwidmungs- und Bebauungsplan über Baumkataster und Solarpotenzialanalyse (leider noch nicht auf Basis der neuesten Befliegungsdaten) bis hin zu einem aktuellen Luftbild aus 2025.

Nutzerperspektive: hilfreich, aber viel Luft nach oben

Aus Sicht der Anwender:innen bietet Geoportal eine wertvolle Übersicht über die wichtigsten raum(planungs)bezogenen Daten der Stadt. Funktionen wie Messwerkzeuge, Adresssuche, Standortanzeige und druckbare Kartenbereiche erleichtern die Nutzung.

Gleichzeitig wurden beim Themenabend auch Schwächen angesprochen. So ist die Zoom-Funktion sehr beschränkt, und das Auswahlmenü noch nicht einheitlich und layer-gesteuert. Insbesondere im Vergleich mit dem digitalen Wiener Stadtplan – einem der leistungsfähigsten kommunalen Kartendienste im deutschsprachigen Raum – gibt es noch viel Luft nach oben.

Vergleich mit dem digitalen Stadtplan Wien

Der digitale Stadtplan von Wien (www.wien.gv.at/stadtplan) gilt seit Jahren als Benchmark für kommunale Geoinformation. Er überzeugt durch:
• konsequente Layer‑Steuerung mit klaren Themenkategorien
• hohe Performance auch bei komplexen Daten
• umfangreiche Zusatzinformationen (z. B. Barrierefreiheit, Baustellen, Verkehr, Bildungseinrichtungen)
• einheitliche Kartensprache und intuitive Bedienung
• nahtlose Integration in andere städtische Services

Im Vergleich dazu bietet Klosterneuburgs Geoportal zwar bereits wertvolle Inhalte, doch die Bedienungslogik ist weniger einheitlich, und  fehlende Layer‑Steuerung macht die Nutzung unübersichtlich. Für die PUK ist klar, dass Klosterneuburg hier noch großes Entwicklungspotenzial hat – insbesondere, um die wachsende Komplexität der Raumplanung transparent und bürgernah darzustellen. Stefan Hehberger sprach auch das Fehlen des wichtigen Zukunftsthemas Energie-Raumplanung an, mit dem angezeigt werden kann, wo in Klosterneuburg welche Energie zur Beheizung der Haushalte zur Verfügung steht, inklusive Möglichkeiten von Nahwärmenetz-Anschlüssen, Stromnetzausbau, und Nutzung von Wärmepumpen, aber auch wo die Gasversorgung weiter bestehen bleibt. Die Menschen brauchen diese wichtigen Vorgaben um ihre Wohnraumheizungen den beschlossenen und mit Strafzahlungen verbundenen CO2 Absenkpfaden und Vorgaben anzupassen. Dieses Thema wird im Wien-Stadtplan schon angesprochen.

Bedeutung für Raumordnung und Stadtentwicklung

Das Geoportal bildet zentrale Grundlagen der Stadtplanung ab, darunter:
• Flächenwidmungsplan (FWP) gemäß NÖ ROG 1976
• Bebauungsplan (BBP) gemäß NÖ Bauordnung
• Bebauungsdichte, Bauklassen und Widmungen
• GFZ‑Regelung (Geschoßflächenzahl), die seit 2023 flächendeckend gilt
Damit wird Geoportal zu einem wichtigen Werkzeug für Bürger:innen, Planer:innen und politische Entscheidungsträger:innen.

Digitalisierung als Chance für mehr Transparenz

Die PUK sieht im neuen Geoportal einen wichtigen Schritt, um Verwaltungsprozesse nachvollziehbarer zu machen und Bürger:innen frühzeitig in Planungsprozesse einzubinden. Gleichzeitig fordert sie eine Weiterentwicklung, die sich an Best‑Practice‑Beispielen wie Wien orientiert. Das Geoportal hat das Potenzial, zu einem von der gesamten Verwaltung genutzten Tool zu werden. Alle relevanten Geoinformationen – von der Müllsammelinsel bis zum Kindergartenweg – sollten hier zusammengeführt werden, und von der Verwaltung gepflegt und gelebt werden.

Fazit

Der Themenabend hat gezeigt: Klosterneuburg hat mit dem neuen Geoportal ein modernes Fundament geschaffen. Nun gilt es, dieses Werkzeug mit den vielfältigen Daten der Verwaltung weiter auszubauen – damit es nicht nur technisch überzeugt, sondern auch im Alltag der Bürger:innen so intuitiv nutzbar wird wie der Stadtplan der Bundeshauptstadt.

Hier geht es zum Geoportal von Klosterneuburg:

Hier geht es zum Foliensatz der Veranstaltung: Geoportal

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