Spar in Weidling
5. Mai 2021 |

Abriss und Neubau Spar am Weidlinger Bahnhof? – PUK zeichnet Weg zu ökologischem Vorzeigeprojekt

Von Stefan Hehberger
Anstelle des derzeitigen Spar-Marktes und der angrenzenden Tankstelle in der Nähe des Weidlinger Bahnhofs soll ein Spar-Markt  nach heutigen Standards errichtet werden. Die PUk sieht hier die Chance für ein ökologisches Vorzeigeprojekt, das der zentralen Lage gerecht wird anstelle ebenerdiger Bebauung mit großflächigen Parkplätzen im Innenhof – denn die Stadt hat aufgrund ihrer Widmungshoheit in diesem Fall alle Trümpfe in der Hand. Die PUK legte nun dem Bürgermeister und dem Planungsstadtrat ein unter BürgerInnenbeteiligung erstelltes Konzept vor. 

Lage verdient mehr als bloßen Supermarkt

Mitten im Zentrum, am Beginn der Weidlinger Straße, nur einen Steinwurf von der Bahnstation kommt dem derzeitigen Spar-Markt eine wichtige Rolle als Nahversorger zu. Durch die Lage am Öffi-Knoten beim Bahnhof Weidling ermöglicht er auch PendlerInnen

für Ihre Einkäufe auf das Auto zu verzichten und die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die zahlreichen Fachgeschäfte in Gehentfernung bieten das Potenzial für eine lebendige Einkaufsstraße, dafür braucht es aber eine Attraktivierung des öffentlichen Raums.Die PUK legt nun ein Konzept vor, um statt einem ebenerdigen Supermarkt mit großflächig versiegeltem Parkplatz ein ökologisches Vorzeigeprojekt als Mehrwert für den Stadtkern zu schaffen.

Die PUK lud BürgerInnen zur Ideenfindung ein.

Anfang des Jahres hat die BürgerInnenliste PUK (Plattform unser Klosterneuburg) dafür in bewährter Manier den Dialog mit anliegenden und interessierten BürgerInnen gesucht. Unter Auflage der geltenden Corona-Regelungen hat man das Viertel in kleinen Gruppen abgeschritten und hat sogar in den schönen, begrünten und ruhigen Hintergarten der Liegenschaft Wienerstraße 3a Einlass erhalten. Mit der Gruppe interessierter BürgerInnen veranstaltete GR Stefan Hehberger nach der Begehung einen online-Kreativworkshop zum Sammeln von ökologischen Ideen für diese Fläche. Generell kam von allen Workshop-TeilnehmerInnen der Wunsch, dass diese Stelle ein echtes ökologisches Leuchtturmprojekt für Klosterneuburg wird und gemeinsam mit der SPAR-Gruppe planerisch zu entwickeln ist.

Die wichtigste Punkte:

  • Überbauung eines künftigen Supermarkts mit Wohnungen (mit Bauhöhen wie in der Bertholdgasse gegenüber), einer Tiefgarage unter dem Markt mit Abstellplätzen für die Fahrzeuge der Bewohnerinnen
  • Der KundInnen-Parkplatz darf nicht auf billigstem Weg mit Beton oder Asphalt versiegelt werden, sonst entstünde dort eine gewaltige und unnötige Hitzeinsel mitten in bewohnter Zentrumslage. Der Bedarf sollte genauer ermittelt werden – derzeit wird offenbar mit fast 100 Parkplätzen gerechnet. Verbleibende Parkplatzflächen müssen entsiegelt und mit größtmöglichem Grünanteil gestaltet werden.
  • Zeitgemäße Heizung und Klimatisierung unter Nutzung von Dachbegrünung und Photovoltaik

Über diese „Eckpunkte“ hinaus soll der öffentliche Raum in der Weidlinger Straße aufgewertet werden:

  • Ein direkter, fußläufig erreichbarer Eingangsbereich zum neuen SPAR-Markt bei der bestehenden Querungshilfe (Schutzweg) an der Kreuzung mit der Bertholdgasse würde – insbesondere bei Ausgestaltung mit einem kleine Vorplatz – nicht nur für die vorbeifahrenden AutofahrerInnen einen Vorteil bringen, sondern als Nahversorger auch den Menschen, die dort in direkter Umgebung wohnen und leben, einen deutlichen Mehrwert bieten.
  • Ein Begegnungsplatz mit Grünbereich soll zum Verweilen einladen. Das Straßenstück vom denkmalgeschützten Haus Weidlinger Straße 3 bis zur Ecke könnte einen schönen Schattenbereich bieten, wenn dort eine Baumreihe gepflanzt würde.
  • Viele Anrainer aus der Wienerstraße befürchten einen Verlust an Lebensqualität, wenn Ihre ruhigen Gärten dann direkt an den neuen Sparmarkt oder – vielleicht noch schlimmer – direkt an einen betonierten Parkplatz grenzen.
    “Stadtplanung heißt für mich, Chancen der Mitgestaltung proaktiv, konstruktiv und zum Vorteil für die Menschen und die Stadt anzugehen”, so GR Hehberger.
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