Ganz im Sinne des politischen Programms der PUK, das mehr Transparenz und Bürger:innenbeteiligung einfordert, setzte eine Delegation der PUK bei der Groß-Demo am 23. April 2026 vor dem Landtag in St. Pölten zusammen mit fast 2000 Teilnehmer:innen aus 11 Regionen Niederösterreichs ein starkes Zeichen für die Neuverhandlung des NÖ Gesundheitsplans 2040+.
Speziell geht es der PUK darum, weitere Kürzungen des Leistungsangebots unseres Landesklinikums Klosterneuburg und die Schließung unseres Notarztstützpunkts nicht einfach hinzunehmen, solange keine klaren und überzeugenden Alternativ-Lösungen vorliegen, um die gesundheitliche Versorgung in Klosterneuburg als drittgrößter Stadt Niederösterreichs weiterhin abzusichern.
Bei der Abschluss-Kundgebung vor dem Landhaus St. Pölten verlas Gemeinderat Wolfgang Haas als Vertreter von Klosterneuburg, Bezirk Tulln, folgendes Statement:
„Niemand stellt in Frage, dass unser erstklassiges Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen steht. Es braucht strukturelle Reformen, um auch in Zukunft seine Qualität und die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu erhalten.
Diese Reformmaßahmen brauchen allerdings Maß und Ziel. Unser gut funktionierendes Rettungswesen, das seit Jahrzehnten auf hochqualifizierten Notärzten basiert, dadurch zu schwächen, indem man auf einen Schlag mehr als ein Drittel aller Notarztstützpunkte schließt, hat weder Maß noch Ziel, sondern gefährdet auf fahrlässige Weise das Leben von hunderttausenden Menschen in Niederösterreich.
Vielleicht gibt es langfristig einen Weg, den Wegfall von Notärzt:innen mit besser ausgebildeten ehrenamtlichen Sanitäter:innen und durch eine grundlegende Reform unseres Rettungswesens zu kompensieren. Das setzt allerdings komplexe und auf viele Jahre ausgerichtete Prozesse voraus, keine unreflektierte und verantwortungslose Hau-Ruck Aktion.
In einem Land, wo die Ausbildung zur Rettungssanitäter:in 260 Stunden dauert, und die zur Fußpfleger:in zwei Jahre, können wir nicht akzeptieren, dass das Schicksal der Bevölkerung in 11 niederösterreichischen Städten und Regionen bei der Notfallversorgung vor Ort in die primäre Verantwortung von freiwilligen Sanitäter:innen fallen soll.
Der Gesundheitsplan 2040+ nennt den demographischen Wandel in Niederösterreich – vor allem die Zunahme des Bevölkerungsanteils alter Menschen – als wesentlichen Grund für die geplanten Reformen. Ältere Menschen brauchen mehr ärztliche Versorgung und Pflege. Und es ist insbesondere diese Bevölkerungsgruppe, die auf eine gute und sichere notfallmedizinische Versorgung angewiesen ist. Dabei wird die zunehmende Zahl an Hitzetagen den Bedarf an Notfall-Versorgung gerade für eine alternde Bevölkerung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch einmal deutlich erhöhen.
Ein Gesundheitsplans 2040+ kann nur dann erfolgreich sein, wenn er die unterschiedlichen regionalen und individuellen Bedürfnisse aller Bevölkerungsgruppen in Niederösterreich vollinhaltlich berücksichtigt und die gesundheitliche Versorgung für ALLE Menschen gleichermaßen sicherstellt. Vielen Dank!“
Schon jetzt hat die Groß-Demo erste Erfolge gezeigt. Noch während der Abschluss-Kundgebung kam es zu einem Gespräch mit den Landesrät:innen Anton Kasser, Martin Antauer und Eva Prischl sowie den Gesundheitssprechern aller fünf Landtagsparteien. Jetzt gilt es dranzubleiben und den demokratischen Weg, den die Initiative „Neuverhandlung Gesundheitsplan 2040+“ eingeschlagen hat, gemeinsam und zuversichtlich weiterzugehen.